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Burg im Diskurs   Franckesche Stiftungen zu Halle, Historisches Waisenhaus

Workshop: Vernetzungen

kommunikativ / kooperativ / kollektiv

In Zusammenhang mit der Ausstellung „Assoziationsraum Wunderkammer“. Eine Kooperation mit den Franckeschen Stiftungen zu Halle, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes

Moderation: Nike Bätzner und Dietmar Kohler (BURG), Claus Veltmann (Franckesche Stiftungen)

Kontakte knüpfen, Informationen austauschen, Pläne schmieden, Perspektiven eröffnen, für Projekte kooperieren, Cluster bilden. Der Aufbau zielorientierter und Beziehungen festigender Netzwerke, auch englisch ›networking‹ oder griechisch ›dictyonomie‹ genannt, gehört seit jeher zum Berufsalltag von KünstlerInnen, DesignerInnen und WissenschaftlerInnen. In lokalen wie globalen Vernetzungen von Bekanntschaften und Interessen sollen möglichst viele Verbindungen geknüpft, diese müssen aber auch gepflegt  und intensiviert werden. Die Praktiken des Netzwerkens und Vernetzens können sich stark unterscheiden. Ein kleines, aber dicht verwobenes Netzwerk kann bedeutsamer sein als ein weitläufiges großes.

Zum einen soll in dem Workshop ein historisches Modell vorgestellt werden: Die Pietistische Vereinigung der Franckeschen Stiftungen vertrat ihr pädagogisches Konzept, das verschiedene soziale Schichten einbezog, nicht nur in Halle, sondern exportierte das Schulmodell beispielsweise nach Indien, Russland oder in die USA. Die auf unterschiedlichen Kontinenten tätigen pietistischen Missionare bildeten ein aktives Netzwerk, das spezifische Marketingstrategien nutzte.

Zum anderen geht es uns um die heutigen Praktiken: Welche unterschiedlichen Formen der Netzwerkbildung im künstlerisch/wissenschaftlichen Bereich gibt es zurzeit? Welche bestehenden oder neu zu schaffenden Strukturen werden hierfür verwendet? Wer nutzt sie und auf welche Weise?

Ziel des Workshops sind der direkte Austausch mit den TeilnehmerInnen aus den Bereichen Ausstellungswesen, Bildende Kunst, Design, Kunstpädagogik und Kunsttheorie – aber auch ein Reflektieren der Grundlagen der unterschiedlichen Netzwerkstrategien. 

ReferentInnen:

  • Claudio Adami, Künstler, Rom
  • Dorothee Albrecht, Künstlerin und Kuratorin, Berlin
  • Nike Bätzner, Kuratorin der Ausstellung, Halle
  • Anne Baumann, Künstlerin, Baku
  • Berlin Rhizom, Künstlergruppe, Berlin
  • cominghomefunktion/leavinghomefunktion, Künstlergruppe auf Reisen von Halle nach New York
  • Murat Haschu, Künstler, Halle
  • Susanne Hopmann/Georg Lisek, KünstlerInnen, Leipzig
  • Birte Kleine-Benne, Kunstwissenschaftlerin, Berlin
  • Burçak Konukmann, Künstler, Istanbul
  • Andreas Schmid, Künstler und Kurator, Berlin
  • Sabina Shikhlinskaya, Künstlerin und Kuratorin, Baku
  • Claus Veltmann, Kustos der Franckeschen Stiftungen, Halle
  • Silvia Weidenbach, Künstlerin, London

Programm:
Freitag, 24. April 2015, 13–18 Uhr:

  • 13 Uhr Ankunft, Orientierung, Kaffee
  • 13.30–14.30 Uhr Führung durch die Ausstellung Assoziationsraum Wunderkammer und die historische Wunderkammer durch Nike Bätzner und Claus Veltmann, mit Präsentation der Internetplattform Wunderkammer: »Close Encounters of the 4th Kind« von Berlin Rhizom und Anne Baumann/Sabina Shikhlinskaya zur gemeinsamen Recherche in Baku
  • 14.30–14.45 Uhr Burçak Konukmann (Istanbul), P.I.G.S, Performance. Das Akronym PIGS, aufgebracht im Krisenjahr 2008 verweist auf die Anfangsbuchstaben der vom Staatsbankrott bedrohten Länder Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien. In seiner Performance formt Burçak Konukman ein Bild für die auch 2015 noch akuten Fragen zu Verpflichtungen oder Abgrenzungsbestrebungen der Euroländer.
  • Kaffeepause
  • 15–15.10 Uhr Nike Bätzner (Halle): Einführung
  • 15.10–15.20 Uhr Claus Veltmann (Halle): Die Vernetzungsstrategien der Halleschen Pietisten
  • Diskussion
  • 15.40–16 Uhr Sabina Shikhlinskaya, (Baku): Re-Museum
  • 16–16.20 Uhr Andreas Schmid / Dorothee Albrecht (Berlin): Dreams of Art Spaces Collected / Vernetzungsstrategien
  • Diskussion
  • Kaffeepause
  • 16.50–17 Uhr Claudio Adami (Rom): Permutazione di un Nero, Zeichenperformance
  • 17–17.20 Uhr Birte Kleine-Benne (Berlin): Medialitäten und Medialisierungen von Vernetzungen
  • Diskussion
  • 17.40–17.50 Uhr cominghomefunktion per Skype aus Kasachstan
  • Diskussion

Samstag, 25. April 2015, 10–13 Uhr:

  • 10 Uhr Ankunft, Orientierung, Kaffee
  • 10.20–10.30 Uhr Silvia Weidenbach (London): Das Goldsmith Centre, London
  • 10.30–10.40 Uhr Murat Haschu (Halle): Teamwork im Animationsfilm
  • 10.40–10.50 Uhr Susanne Hopmann / Georg Lisek (Leipzig): Kooperative Autorschaft
  • Diskussion
  • Kaffeepause
  • 11.20–13 Uhr Diskussionsinseln, Workshops mit den KünstlerInnen der Ausstellung, mit Dorothee Albrecht, Künstlerin und Kuratorin, Berlin, und Birte Kleine-Benne, Kunstwissenschaftlerin, Berlin, sowie Nike Bätzner und Dietmar Kohler, KunsthistorikerInnen Halle

Das Symposium „Wundersame Erkenntnismodelle“ am 5./6. Juni 2015 im Volkspark Halle wird die Wunderkammer als Modell für eine Kunsthochschule thematisieren.


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Kristina Heinrichs: „Kontaktaufnahme“, Diplomarbeit, 2014. Foto: Matthias Ritzmann


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Globale Vernetzungen