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Ausstellung   Händel-Haus

Pas de deux – ein Schritt für zwei

Die Künstlerin Sonja Schrader im Dialog mit der Tänzerin Marie Sallé

Kuratiert von Dr. Konstanze Musketa und Sonja Schrader

In der Ausstellung Pas de deux — Ein Schritt für Zwei werden zwei Frauen vorgestellt, die bedingt durch ihre zeitliche Verortung sehr unterschiedlich agieren: Auf der einen Seite die französische Tänzerin Marie Sallé (um 1707–1756), die sich gegen Konventionen auflehnte, indem sie die  einschnürenden Kleider abstreifte, und auf der anderen Seite die Künstlerin Sonja Schrader, die nachKonventionen fragt und Hilfsmittel baut, um einem  vermeintlichen Ideal zu entsprechen. Der Begriff „Pas de deux“ stammt aus dem französischen Ballett, das unter Ludwig XIV. gegründet wurde, und spielt auf einen dialogischen Tanz beider Künstlerinnen an, der sich durch die Räume des Händel-Hauses bewegt.

Sonja Schrader, Absolventin der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und Preisträgerin des Kunstpreises der Stiftung der Saalesparkasse 2011, setzt sich in ihrer Arbeit bewusst mit Ideen des Barocks auseinander und übersetzt sie in einen zeitgenössischen Kontext. In der Ausstellung Pas de deux — Ein Schritt für Zwei konzentriert sich die Künstlerin auf das Thema „Technische Stützen/Gebaute Leichtigkeit“, das sowohl bildhauerisch als auch filmisch umgesetzt wird.

Marie Sallé revolutionierte in der Zeit des Barocks das französische Ballett, indem sie die formstrengen Figuren aufbrach und mit der Lebendigkeit  der Pantomime versah. Ihre Stärke war der emotionale Ausdruck, der das Pariser und Londoner Publikum verführte und zugleich Gegenstand heftiger  Diskussionen und Anfeindungen wurde. Ihre Zusammenarbeit mit Händel begann im Alter von zehn Jahren in der Oper Rinaldo und kam zur Fortführung in der Oper Alcina, in der sie die Rolle des Cupido tanzte. Trotz oder gerade wegen ihrer umstrittenen Person ging Marie Sallé als Grande Dame des französischen Balletts in die Geschichte ein.


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Pas de deux. Foto: Sonja Schrader


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Mademoiselle Sallé © Archiv Händel-Haus