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Ausstellung   Stadtarchiv Halle

Hallo Halle

Werbung soll wirken. Unter keinem geringeren Anspruch stand auch die Gebrauchsgraphik in der Zeit der Weimarer Republik. Mit dem Begriff der Neuen Sachlichkeit seit der Mitte der Zwanziger Jahre verbunden, gingen die hier aktiven Künstler neue Wege, um den Bürger oder Kunden zu erreichen.

Werbeentwürfe gehörten von Anfang an zum Lehrplan der halleschen Kunstgewerbeschule, insbesondere in der Malklasse von Erwin Hahs. Die Bedeutung der Werbung wuchs stetig. Folgerichtig gründete er gemeinsam mit dem Fotografen Hans Finsler 1925 eine Werbeabteilung. Im Jahr darauf begann eine enge Zusammenarbeit mit der städtischen Verkehrsamt und anderen Einrichtungen. Als erstes wurde das Plakat „Hallo Halle“ aufgelegt. Das Plakat „Deutsche Woche“ erzielte 1931 deutschlandweit eine Auflage von 300 000 Exemplaren. Die städtischen Dienststellen setzten auf die typographische und gestalterische Kompetenz der Burg.

Als Werbeabteilung der Werkstätten der Stadt Halle lieferte die Burg zahlreiche Entwürfe für Urkunden, Broschüren, Werbeprospekte, Einladungen und Plakate, vielfach illustriert mit Fotos von Finsler. Es erschienen unter anderem: „Halle als Universitätsstadt“, „So ist Halle“, „Wo in Halle“ „Die Schulstadt Halle“, „Luther in Halle“. Zudem wurden Werbetafeln für den Bahnhof, die Rennbahn und den Flughafen entwickelt, eine Kooperation mit dem Stadttheater begonnen und Absolventen arbeiteten für verschiedene Firmen, wie beispielsweise Most. Dem Zeitgeist entsprechend orientierten sich Hahs und sein Kollege Herbert Post, wenn auch gemildert, an der „konstruktivistischen“ oder „elementaren Typographie“, wie sie Jan Tschichold und die Protagonisten der Bauhauswerbung Laszlo Moholy-Nagy, Herbert Bayer und Joost Schmidt vertraten, wie eine Reihe von Werbebroschüren deutlich macht.

Die Ausstellung wird ein buntes und vielfältiges Bild der gestalterischen Kraft der Burg auf diesem Gebiet zwischen 1915 und 1933 zeichnen.